Anonyme Kommentare

4 05 2010

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Trauer, Leid, Unfassbarkeit

4 05 2010

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten.

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;
nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
uns neuen Räumen jung entgegen senden,
des Lebens Ruf an uns wird niemals enden,
wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde!
(Hermann Hesse)

Mit den Flügeln der Zeit fliegt die Traurigkeit davon.
(Theodor Fontane)

Es nimmt der Augenblick, was Jahre geben.
(Johann Wolfgang von Goethe)

Den Tod fürchten die am wenigsten, deren Leben am meisten Wert hat.
(Immanuel Kant)

Das einzig Wichtige im Leben 
sind
die Spuren von Liebe, 
die wir hinter-
lassen,
 wenn wir ungefragt weggehen
und Abschied nehmen müssen.
(Albert Schweitzer)

Niemand weiß, was der Tod ist.
Nicht einmal, ob er nicht für den
Menschen das Größte ist unter
allen Gütern.
(Platon)

Nichts ist gewisser als der Tod -
nichts ist ungewisser als die Stunde des Todes.
(Unbekannter Autor)

Das, wodurch alle Wesen verschieden sind,
ist das Leben, das, worin sie alle gleich sind,
ist der Tod.
(Yang Chu)

Jede Blüte will zur Frucht,
Jeder Morgen Abend werden,
Ewiges ist nicht auf Erden,
Als der Wandel,
Als die Flucht.

Auch der schönste Sommer will
Einmal Herbst und Welke spüren.
Halte, Blatt, geduldig still,
Wenn der Wind will dich entführen.

Spiel dein Spiel und wehre dich nicht,
Lass es still geschehen.
Lass vom Winde, der dich bricht,
Dich nach Hause wehen.
(Herman Hesse)

Leise schließ ich die Augen zu.
In deinem Herzen ist jetzt Ruh`.
Warum, warum kann ich nur fragen,
dich kostbar in meinem Herzen tragen.

Habe meine Augen leergeweint,
bist von jetzt an mein stiller Freund.
Dein Lächeln wird mir immer bleiben,
selbst der Tod kann es nicht vertreiben.
(Angelika Schmid)

Im Gedenken an José Luís Faias dos Santos Matos, * 27.05.1947, † 12.04.2010. Ruhe in Frieden.