Das Böse lernt sich leicht, das Gute schwer.

30 05 2008

Wie nach einem Glockenschlag, gleich nach den beinahe abgeschlossenen Olympiavorbereitungen in China, haben die Proteste in Tibet begonnen. Man mag meinen, dass sich die Tibeter das Großereignis zur Aufmerksammachung der Chinesischen Besetzung zu Nutze machen. Dabei ist die Volksrepublik jenseits von Gut und Böse und hat in ihrer Geschichte bisher immer sehr wenig für Menschenrechte übrig gehabt. Nach den Protesten in Lhasa haben sich Demonstrationen wie ein Lauffeuer weltweit verbreitet. Der Olympische Fackellauf wurde an vielen Stationen von Demonstranten gestört und die jeweiligen Staatsgewalten mussten häufig gewaltsam eingreifen. Das die Proteste im Grunde sehr wenig bringen, sollte den aufgebrachten Demonstranten klar sein. China war seit der Machtergreifung der Maoisten nicht unbedingt ein Land, das die Belange der Menschen respektiert noch unterstützt hat.

Die fortwährenden Diskussionen über das besetzte Tibet erscheinen sinnlos. Die Weltbevölkerung müsste wissen, dass es die Chinesische Staatsführung recht herzlich wenig interessiert, was Bürger XY in Paris über deren Politik denkt. Die Demonstrationen erscheinen eher als Trostpflaster für die vergessenen Tibeter. Deren Land ist bereits seit 1958 von China besetzt. Es ist natürlich erfreulich, dass sich die Weltöffentlichkeit offensichtlich sehr für das Leid des Mönchsstaats interessiert. Genauso ist es positiv zu bewerten, dass auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam gemacht wird. Aber im Falle von China ist Hopfen und Malz verloren, solange auch Global-Player wie Google sich den menschenrechtsverletzenden Vorschriften der Volksrepublik beugen. “Das Reich der Mitte” ist zu einer eigenständigen Lobby des Westens geworden. Mittlerweile hat sie sehr großen Einfluss auf die Entscheidungen westlicher Unternehmen sowie deren Staatsführer. Da braucht die Volksrepublik nur mal kurz mit der Kappung der Geschäftsbeziehungen zu drohen, und schon kuschen unsere Staatsoberhäupter. Die globale Welt ist abhängig geworden von dem Großimporteur und wichtigen Wirtschaftspartner aus dem fernen Osten.

Die Olympischen-Spiele sollten als Chance gesehen werden für den Einzug westlicher Werte im Kommunistischen Staat. Nicht das es zwanghaft so sein sollte, aber vielleicht ist das ein weiterer Schritt Chinas in Richtung Humanität. Es ist eine klare Sache, dass China ein Land ist, dass sich nur langsam öffnen und ändern kann. Das zeigt auch die Bekanntmachung von Amnesty International, die in Bezug auf die Menschenrechte über eine Verschlechterung der Lage spricht. Solch ein eingefahrenes und marodes System kann nicht von einem Tag auf den anderen neu konstituiert werden. Die Aufstände in Lhasa dürfen natürlich nicht einfach übersehen werden. Es ist das gute Recht der Menschen dort genau jetzt zu demonstrieren, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Aber wahrscheinlich hätten sie das Ohr der Welt auch zu jedem anderen Zeitpunkt gehabt. Trotzdem handelt es sich hier um den Aufschrei eines vergessenen Landes. Eines Landes, das sich 1950 zum Teil durch Eigenverschulden in diese Lage gebracht hat. Ein Land im unzugänglichen Himalaja, von dem bereits Roosevelt sagte, es sei nicht zu verteidigen. Ein Land, welches für Mao immer eine noch zu befreiende Provinz war.

Es war ein ungleicher Kampf. Während die 80.000-Mann starken Chinesischen Truppen 1950 unter der Führung des einäugigen Generals Lin Po-tscheng ihre Zelte auf Tibetischem Boden aufschlugen, hatten die Tibeter gerade einmal 50.000 sehr schlecht bewaffnete Männer. Darüber hinaus schlossen sich 20.000 Tibeter den Chinesischen Truppen an, um gegen die Indien zugetanen Landsleute zu kämpfen. Hintergrund für die Parteiergreifung der Tibeter waren zwei vorangegangene Orakel, die den Mönchen großes Unheil voraussagten. Darauf hin wurde eine Gruppe von Sondergesandten in den Westen geschickt, um Unterstützung zu erbitten. Die westlichen Großmächte verweigerten ihre Hilfe, weil das Land im Himalaja unzugänglich und fast völlig von der Außenwelt abgeschottet ist. Daraufhin ersuchten die Abgesandten Hilfe in Indien. Eine andere Gruppe hatte das Interesse, Gespräche mit der neuen Führung in China aufzunehmen. Und so war die Besetzung durch China nach der kurzen 37-jährigen Unabhängigkeit Tibets nicht mehr aufzuhalten. Inder, Briten (die Anfang des zwanzigen Jahrhunderts in Tibet interveniert hatten) und die restliche Welt schauten zu. Für Indien und China war Tibet sowieso nur ein Puffer in ihren Handelsbeziehungen.

Dem Verlauf der Geschichte ist zu entnehmen, dass Tibet schon selbst einen Teil der Verantwortung für die Besetzung übernehmen muss. Schade jedoch, dass sie zu jener Zeit keine Hilfe von den Großmächten erwarten konnten. Das hätte aber damals zu einem weiteren fundamentalen Krieg führen können und alle Armeen der Welt waren geschwächt. Die Welt war erschöpft vom Krieg, auch wenn die Siegermächte des zweiten Weltkriegs durchaus zu einer Intervention fähig gewesen wären. Jedoch leben wir nun in einer anderen Zeit. In einer Zeit der Globalisierung. In einer Zeit, in der Wirtschaftsbeziehungen wichtiger sind als Menschenrechte.

In der Tat ist es unsinnig über Olympiaboykott zu sprechen, weil uns die Geschichte zeigt, dass dies niemandem hilft. Der Kalte Krieg wurde nach den Boykotten 1980 durch den Westen, nach dem Einmarsch von Sowjetischen Truppen in Afghanistan, und 1984 durch den Osten nicht beendet. Damit wurden nur die Sportler beschnitten, die äußerst unglücklich waren über den Umstand, an den doch so bedeutenden Spielen nicht teilnehmen zu können. Natürlich ist es offensichtlich, dass sich die Chinesen den olympischen Gedanken zu Nutze machen. Aber der wurde auch 1936 in Berlin nationalsozialistisch instrumentalisiert.

Jede Regierung würde versuchen, aus dem Großereignis Kapital zu schlagen. Tibet hätte wesentlich früher und dauerhaft für eine Befreiung einstehen sollen, damit der Sachverhalt bei der Weltöffentlichkeit nicht in Vergessenheit gerät. Die plötzlichen Aufstände weltweit helfen für den Moment recht wenig, nachdem die “halbe Welt” in die monströse Veranstaltung investiert hat. Vor allem handelt es sich um Sport, der nicht für politische Zwecke instrumentalisiert werden sollte. Vor allem sollte sich der Westen, von dem Asiatische Völker sowieso ein recht schlechtes Bild haben, aus der Angelegenheit raushalten.

Wie auch Altkanzler Helmut Schmidt (89) auf die Frage von Sandra Maischberger zu “humanitären Intervention” des Westen richtig entgegnete: ”Man solle sich nicht in die Angelegenheiten anderer Länder einmischen!”. Er hätte weder den Dalai Lama, noch, wie Angela Merkel in China, Menschenrechte angesprochen. Europa hätte seinerzeit ebenfalls Gräueltaten begangen. Eine Einmischung seitens westlicher Staaten erscheint oft als Anmaßung, “als ob wir alles besser wüssten”. In Zeiten, in denen auch Länder wie die Vereinigten Staaten mit Berufung auf die “Terroristische Gefahr” Menschenrechte verletzen, wird deutlich, dass die UN-Menschenrechtsdeklaration lediglich eine Absichtserklärung ist und für kein Land der Welt bindend. Des weiteren ist es eindeutig, dass die Demokratie aus kulturellen Gründen wohl nicht die richtige Regierungsform ist für asiatische Länder.

In Bezug auf das Begehren vieler Demonstranten, die Olympischen Spiele in China zu boykottieren, kann nur darauf verwiesen werden, dass das jeder Sportler für sich selbst entscheiden muss. Die Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt, dass ein Olympiaboykott auf Staatsebene zu nichts führt. Natürlich haben Sportler auch eine politische Verantwortung, jedoch ist Politik nicht ihr Metier. Helmut Schmidt war 1980 auch gegen ein Olympiaboykott. Aber aufgrund des Drucks aus den USA verkündete er im Bundestag genau das Gegenteil. Damals lag es aber vor allem am Kalten Krieg und an den auf die BRD gerichteten Raketen.

Es stellt sich nun die Frage, ob es in Ordnung ist, einen geistlichen Führer wie den Dalai Lama aufgrund der Umstände nicht zu empfangen. Schließlich ist er ein Religionsführer. Er spielt zwar auch politisch eine Rolle, aber trotzdem sollte er nicht unbedingt aus Rücksichtsgründen gegenüber China gemieden werden. Während Papst Benedikt XVI vor der UNO-Vollversammlung spricht und in der Türkei von islamischen Religionsführern empfangen wird, wird der Dalai Lama in Deutschland von den hochrangigen Politikern aus Rücksicht auf China, wovon wir nach Meinung von Kurt Beck mehr nehmen sollten, abgewiesen. Solange aber westliche Wirtschaftsinteressen stärker sind als das Interesse an den Menschenrechten in China, wird sich an der Humanitären Lage in der Volksrepublik und in den annektierten Provinzen nichts ändern. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich China weiterhin nach und nach dem Westen öffnet und somit auch die “Human Rights” Einzug in die Volksrepublik halten.



Stille-Wasser-Soundsystem um sieben statt um sechs

29 05 2008

Im Programmablauf des diesjährigen Kalkwerk-Festival hat sich für Samstagabend etwas geändert. Das Stille-Wasser-Soundsystem spielt statt um 18 Uhr erst um 19 Uhr. Grund dafür ist ein weiterer Auftritt, am selben Abend, von der Band “Ring-of-Fire”, die eigentlich um sieben Uhr gespielt hätte. So gibt es halt zu früherer Stunde etwas Country und Westernrock und zu späterer Stunde guten Rap.

Kalkwerk-Festival 2008
Bild aus dem Programmheft des Kalkwerk-Festivals 2008.

Die Besucher des Kalkwerk 2008 können dieses Jahr eine vielseitige Show der Rapper aus dem Kalkwerk erwarten. Unter dem Label “Soundsystem” treten die MCs mit der Band “Daneben” auf, mit der sich in den vergangenen Monaten eine teifgründige Kollaboration ergeben hat. Die Musiker machen nicht nur Hip Hop, sondern sie leben diesen Lifestyle total aus, indem neue Projekte angeregt und umgesetzt werden. Die Neigung zur Professionalität und die Liebe zu ihren Projekten wird auf der Bühne transparent. Ein eigenes Studio, eigene CDs und Vinyls, sowie unendliche viele Auftritte stehen im Focus.

Das Soundsystem ist für den Gig bereit. Das Programm steht, die Karten sind also neu gemischt. Wie bereits hier auf dem Infoblog veröffentlicht, haben “Daneben” und “Stille-Wasser” ein vielseitiges Programm. Es bleibt bei der ersten Programmkombination. Easy beginnt mit einem Intro, das er mit Greenstylez durchzieht. Daneben bringt sein allseits beliebtes “Jam-Session-Set” und Sam Big übernimmt dann mit seinem Soloprojekt. Zum Abschluss gibt es dann noch ein paar neue Burner von Easy der Mic Rebel. Natürlich sind alle Fans, Rap-Musik-Liebhaber und sonstige Personenkreise herzlich eingeladen, der Session am Festival beizuwohnen.



Eine gelungene Vernisage

12 05 2008

Am Samstag, den 3. Mai, haben die zwei Künstler Friederike Eberhardt und Victor Hugo die Allgemeinheit zur Eröffnung ihrer Vernisage im Kreml in Zollhaus eingeladen. Die Kunstaustellung, die unter dem Namen “Traum A” bis zum 11. Juni läuft, besteht aus den abstrakten und ausgefallenen Skulpturen und Bildern von “Fredi” Eberhardt und aus den ungewöhnlichen, in schönen dezenten Holzrahmen eingerahmten Polaroidbildern von Victor Hugo.

Vernisage in den Kunstsälen des Kreml, Zollhaus.
Die Vernisage stieß auf positive Resonanz. Foto: Luís Palma Matos

Ab 20.30 Uhr wurde den Besuchern Zutritt zu den ausgestellten Objekten gewährt, wo sie mit einem Sektempfang begrüßt wurden. Mit einer kurzen Ansprache von Friederike Eberhardt wurden die Gäste in die Ausstellung eingeführt. Die Kunstwerke, die an der Wand hingen, wurden bestaunt und genaustens betrachtet. Manche standen im Kontext vor den Bildern und Skulpturen und teilten ihre Eindrücke und Kunsterlebnisse untereinander.

Die Aussteller waren bemüht, allen fragenden Besuchern Rede und Antwort zu stehen. Sie waren natürlich die gefragtesten Personen des Abends und waren stets am erklären, wie und warum sie ein Stück gerade in der Art angefertigt haben. Für beide ist es die erste Ausstellung. Dementsprechend waren die Künstler nervös und sehr gespannt auf das Feedback der Besucher. Das ist jedoch sehr positiv ausgefallen. Also wer sich die Ausstellung anschauen möchte, sollte dies schleunigst machen. Sehenswert ist sie allemal.



Gangster-Rapper 50 Cent auf Bühne beraubt

8 05 2008

Der nordamerikanische Rapper “50 Cent” ist bei seinem Auftritt auf dem Internationalen Friedensfestival in Luanda, Angola, auf der Bühne um seine Halskette gebracht worden. Für die Sicherheitskräfte ging die Aktion einfach zu schnell. Der junge Angolaner, der ihm eine sehr wertvolle Diamanten-Halskette abgerissen hat, flüchtete prompt wieder ins Publikum. Sicherheitskräfte, Rapper 50 Cent und weitere Akteure sprangen ihm ins Publikum nach.

Die Sicherheitskräfte konnten den Rapper nicht davor bewahren, auf der Bühne während eines Auftritts, vergangenen Mittwoch, bestohlen zu werden. Ein Amateurvideo, dass ein Besucher aus dem Blickwinkel hinter der Bühne aufnahm und welches auf YouTube kursiert, zeigt wie der junge Mann auf die Bühne springt und dem Musiker die Kette vom Hals reißt. Darauf hin verschwindet er wieder im zahlreichen Publikum. Der Täter der Aktion, Bruno Carvalho, ist später von der eigenen Familie zur Polizei gebracht worden, nachdem das Angolanische Fernsehen die Bilder ausgestrahlt hatte.

Dabei ist der Rapper doch so ein knallharter Gangster. So wie er sich in seinen Texten gibt, hätte er eigentlich ein “Neuner Eisen” ziehen müssen und dem Dieb die Leviten lesen müssen. Das auch 50 Cent für “Hollywood” auf Vinyl sorgt, ist hiermit entgültig eine klare Sache. Bei dem heutigen Rap handelt es sich sowieso meistens um Aktionfilm im Hörspiel-Fromat. Leider lassen sich Jugendliche trotzdem immer wieder von den Texten blenden und meinen nach dem Muster leben zu müssen. Ein kleiner Appell; glaubt nicht allem was manch Künstler verbreitet, genauso wenig wie ihr Politikern in der Regel glaubt. (Quelle: Publico)


Eins von den vielen Videos auf YouTube.



Skateparkeröffnung bei schönem Sonnenschein

7 05 2008

Das Wetter war ideal für die Eröffnung des neuen Skateparks am vergangenen Samstag im Tal Josaphat. Viele Eltern und Kinder waren gekommen, genauso wie die verschiedensten Jugendgruppierungen, die normalerweise nicht zusammen auf Veranstaltungen anzutreffen sind. Bürgermeister Martin Richard und die Erste Stadträtin Babette Täpper (beide CDU) haben der Eröffnung beigewohnt und gaben sich zufrieden mit dem vollendeten Projekt.

Skatepark im Tal Josaphat.
Bei schönem Wetter erlebte der neue Skatepark seine Eröffnung. Foto: Luís Palma Matos

Dazu gab es Gegrilltes, Getränke und ein musikalisches Programm. Auf dem Spot tummelten sich Kinder und Jugendliche, entweder auf Skateboards oder auf ihren Inlineskates. Die Stimmung war alleine schon wegen dem schönen Wetter hervorragend. Auf der Wiese spielten ebenfalls Kinder und Jugendliche mit Ball oder anderen Spielutensilien. Punks saßen im Schatten und auch die Erwachsenen gönnten sich ein Pils auf den Biergarnituren, wo auch unser Bürgermeister anzutreffen war, der sich aber bereits vor der musikalischen Darbietung wieder bei der Stadtjugendpflegerin Sandra Hoffmann verabschiedete.

Ein kleine Bühne wurde eigens für die Veranstaltung aufgebaut, auf der die Hip-Hop-Band “Tempel”, die Rockband “Zangief” und ein Hip-Hop-Projekt aus der Limburger Nordstadt ihr Bestes gaben. Leider gab es diverse technische Probleme mit der PA, was das Musikprogramm leicht beeinträchtigt hat. Nichts desto trotz war es ein gelungener Nachmittag, an dem viele Bürger aus den verschiedensten Kulturkreisen der Veranstaltung beiwohnten und somit die Multikulturalität unserer Gesellschaft wiederspiegelten.

Seit 1995 stand eine neue Location für die “Rollfanatiker” in der Diskussion. Bis zum konkreten Plan eines betonierten Spots waren die Vorschläge aber nie nach den Vorstellung der Stadt oder der jugendlichen Freizeitsportler an der Pusteblume. Damals wurde über eine Alternative unter der Neuen Lahnbrücke (Lichfield Brücke) debattiert, die aber auf Grund der Lage, der mit dem Schall verbundenen Lautstärke und der Problematik des Hochwassers nicht realisierbar war. Die Jugendlichen selber waren zur der Zeit auch nicht bereit, die Pusteblume als zentralen Treffpunkt und idealen Spot aufzugeben. Ende der Neunziger kam dann die Rollfläche im Tal Josaphat ins Gespräch.

Trotzdem hat es noch lange gedauert, bis die Idee in die Tat umgesetzt werden konnte. Noch zur Jahrtausendwende haben die Jugendlichen an der Pusteblume mit einer Unterschriftenaktion um den Standort in der Stadtmitte gekämpft. Jedoch bestand zu jener Zeit bereits das Interesse seitens der Stadt, den Skatern einen neuen Ort zu geben, um die Last des Lärmes an der “Puste” zu reduzieren. Schließlich war der Spot direkt vor dem Rathaus, indem sich die Angestellten im Sommer bei geöffnetem Fenster belästigt fühlten. So der ehemalige Stadtrat Heinrich Richard bei einem Gespräch im Frühsommer 2000.

Nach der Schließung der Skatehalle “Colosseum” im ehemaligen Galvanisierungswerk in Staffel, wurde der Plan für die Fläche im Tal Josaphat konkreter. Es wurden Rampen und Obsticals aus dem ehemaligen Bestand der Skatehalle auf der Fläche aufgestellt. Diese wurden aber direkt mit nicht sehr ästhetischen Graffitis beschmiert und nach einigen Monaten durch Vandalismus beschädigt. Holzrampen waren dementsprechend keine ideale Lösung für den Ort.

Nun ist ein Gelände für Rollbrettfahrer entstanden, der einem richtigen Skatepark gerecht wird und in seiner Beschaffenheit jeglichen Witterungsbedingungen trotzt. Altskater Wladimir Walth (34) findet den neuen Spot ideal und freut sich darauf, regelmäßig anspruchsvoll skaten zu können. Die Fläche ist mit zwei Miniramps an den jeweiligen Enden und einer Pyramide mit “Rail” und “Ledge” in der Mitte des Spots ausgestattet.

Die “Skatergemeinschaft” ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis, dass mit entsprechenden Sponsoren aus der Bauwirtschaft realisiert werden konnte. Fürs eine wurde die Bahn mit Einflüssen und Ideen der Skater mit dem Architektenbüro André und Erich Kramm konzipiert. Fürs andere wurde der Spot danach von der Baufirma Albert Weil realisiert, die die Materialien für den Bau und die Arbeitskräfte kostenfrei zur Verfügung gestellt haben.